Einmal München - Bangkok - Bali und zurück… - 2008
Jedes Jahr das selbe Trara mit dem Urlaub. Der Eine möchte dahin, der Andere dorthin und der Rest dann ganz wo anders hin. Da wir noch keinen Urlaub
in einem Land mit B gemacht haben, nahmen wir halt Bali.
Von München aus ging es zuerst mal mit einem Hightech- Airbus nach Bangkok.
Der Düsenschlepper mit über 5oo Pl&tzen hatte so ziemlich alles an Entertainment (in den Vordersitzen eingebauten Touchscreen Monitoren) zu bieten was es gibt. Mehr als 4o Videos in verschiedenen Sprachen, Musikprogramme o´Maß, Radioprogramme, zig Videospiele, und, und, und. Sogar telefonieren konnte man über die angeschlossene Fernbedienung, jaaaa, Fernbedienung!!!!; damit man sich bei 1o Stunden Flug ja nicht unbedingt bewegen muss - ist ja auch kaum zumutbar einfach nur den Arm auszustrecken und den Monitor zu berühren. Was muss das für ein Monster-PC im Flugzeug sein der dass mitmacht, wenn über 5oo Passagiere auf ihre Monitore rumhacken und jeder schaut sich was anderes an.
Bei mir Zuhause steigt mir der PC schon aus, wenn ich drei Programme gleichzeitig offen habe. Aber meine Zweifel sollten sich nach rund 2 Stunden Flug bestätigen und es war so klar, dass es nur einen geben kann, einen von über 5oo, dessen Monitor den Geist aufgibt, und das war meiner. Irgendwie vergingen dann die restlichen Stunden und wir landeten auf dem neuen Flughafen in Bangkok. Da ist unser Münchner Flughafen eine Bruchbude, ja spinnst, ist das ein Teil!!
Kurz noch durch den Zoll, rein ins Taxi und ab ins Hotel, Koffer in die Ecke und ab zum shoppen und zum Essen. Die nächsten drei Tage verbrachten wir mit erlebnisreichen Ausflügen durch Bangkok bevor es weiter nach Bali ging. Nach 4 Stunden Flugzeit nach Denpassar ging's mit Russlan, unserem Fahrer von der Tauchbasis Paradise, mit dem Auto zuerst zur Tauchbasis in die Padangbai, wo wir bereits von Joe und seinem Team erwartet wurden.
Joe gab uns gleich die ersten Infos zum Tauchen für den nächsten Tag, bevor wir von Russlan in unser erstes Hotel gebracht wurden, dass ungefähr 1o Minuten mit dem Auto entfernt von der Basis lag. Da unser Ankunftstag auf Andreas Geburtstag viel, gab's am Abend für Andrea, natürlich auch für Denise und mich, ein romantisches 6 - gängiges Candlelight-Dinner als Überraschung, dass ich über Joe im Vorfeld arrangieren ließ. Und ich muss sagen es schmeckte fantastisch. Kein Wunder bei einem französischen Sternekoch - also das hat er drauf gehabt der Pfannenschubbser.
Am nächsten Morgen wurden wir dann von Russlan abgeholt und zur Basis chauffiert, wo unsere Tauchausrüstung bereits komplett montiert auf uns wartete bevor es runter zum Hafen ging, der in 3 Minuten zu Fuß zu erreichen war. Die Ausrüstung der Gäste wird natürlich mit dem Auto nach unten gebracht, keine Angst, bei dieser Tauchbasis braucht man sich um nichts mehr kümmern, nur tauchen muss man noch selber, wobei das auch machbar wäre!!
Dass nach dem tauchen niemand der Gäste seine Sachen selber sauber machen muss, verstand sich dort von selbst. Wie gesagt, nur tauchen musst du selbst. Wer zum Beispiel bei Paradise einen Tauchkurs absolviert, dem wird ein Leben lang kostenlos für die Zeit seines Aufenthaltes dort die komplette Ausrüstung zur Verfügung gestellt!!!!!
Mit dem Auslegerboot ging's zum Eintauchen um die Ecke, zur Blue Lagoon und ich muss sagen der Tauchplatz ist gar nicht so übel wie wir zuerst befürchtet hatten. Allerlei Fisch und kleinere Korallen prägten das dortige Unterwasser Szenario und schon nach wenigen Minuten sahen wir zwei schlafende Withedips im Sand liegen.
Nach einer knappen Stunde Tauchzeit ging's wieder zurück in die Padangbai um uns in einem kleinen Lokal die beim Tauchen verlorenen Kalorien wieder aufzufüllen und so gestärkt den zweiten Tauchgang auf der anderen Seite der Bucht genießen zu können. Den nächsten Tag verbrachten wir tauchfrei und beschlossen einen Ausflug nach Ubud, in ein Künstlerdorf ( wenn man so sagen kann ) und in einen Affenwald zu unternehmen.
Unterwegs haben wir ein paar Bananen und Obst eingekauft um zwischendurch was zum schnabulieren zu haben, aber unsere Bananen waren anscheinend um einiges leckerer für die Affen als jene die es am Eingang zu kaufen gab, denn im nu waren wir unsere los. Am Abend ging's wieder zurück ins Hotel um für den nächsten Tag fit zu sein, denn da war Shark Point und die Pinacales zum Tauchen angesagt.
Die Fahrt mit dem Speedboot zum Shark Point dauerte eine knappe halbe Stunde und die eineinhalb Meter hohen Wellen trugen irgendwie so gar nicht dazu bei, entspannt ins Wasser zu hüpfen, noch dazu wo's am Tauchplatz strömungsmäßig richtig gepfiffen hat, wie wir schon an der Oberfläche feststellen mussten.
Also ab auf Tiefe und nahe der Riffwand bleiben. Es vergingen gerade mal ein paar Minuten als sich ein ziemlich nervöser großer, ungefähr 3 Meter langer, Grau oder Seidenhai zu uns gesellte. Keiner von uns wusste was wohl im nächsten Augenblick passieren wird. Doch so plötzlich er auch da war, so bald war er auch wieder weg. Wahrscheinlich lag es an meinem gaggegelben Tauchanzug der ihn zur Flucht veranlasst hat, denn wer möchte sich schon mit einem anlegen, der den Tauchanzug von Bruce Lee trägt.
Wir alle haben uns kaum wieder dem weiteren Tauchen zugewandt, als schon das nächste Highlight aus dem Blau des Ozeans auf uns zu steuerte, ein Mola, uns eher bekannt als Mondfisch. Diese Tiere steigen zu dieser Jahreszeit aus der Tiefsee empor, um sich mal so gründlich von den großen Putzerfischen reinigen zu lassen. Diese Mondfische werden bis zu 4 Meter groß, sind potthässlich und sind nur dann gut zu beobachten, wenn die Putzkolonne an ihnen dran hängt, denn dann sind sie irgendwie voll stoned und lassen Taucher bis auf Tuchfühlung an sich ran.
Ansonsten drehen sie sofort ab, sobald sich ihnen irgendwas nähert. Unser Frissbi zog es vor, lieber nicht mit uns auf Tuchfülung zu gehen und verschwand im planktonreichen Wasser. Aber somit gehören wir zu den nur 5% der Weltbevölkerung die jemals so ein Tier zu Gesicht bekommen haben. „Yessss„ !!!! Der weitere TG verlief relativ unspektakulär, bis auf dauernd wechselnde Strömungsrichtungen, also so was hatten wir in all den Jahren auch noch nicht erlebt. Auf 12 m Tiefe ging's nach rechts, auf 2o m Tiefe wieder nach links und 2oo m weiter vorne kam es dann noch von unten nach oben, aber ansonsten war es ganz entspannt.
Um unseren Kreislauf aber wieder etwas auf Trapp zu bekommen warteten an der Oberfläche dann die Wellen noch auf uns, wo wir uns dann total relaxt und im Einklang mit der Natur, ans Boot rankämpften. So kurz vorm Kotzen kletterten dann alle irgendwie ins Boot um dann den zweiten TG nach einer kurzen Oberflächenpause, 5oo Meter weiter, zu genießen. Another place – same shit! An dieser Stelle möchte ich Denise ein großes Lob und meine Anerkennung aussprechen, die einen dieser Tg mitgemacht hat. Gesichert an mir mit einer Buddyleine, hat sie eine Wahnsinnsleistung für ein Kind vollbracht, Respekt!!!
Denn sie musste trotzdem genau so kämpfen wie wir anderen auch. Für diesen Tag waren wir alle froh, als wir in den Hafen einliefen, unsere Sachen nur noch fallen
ließen und in unser Stammlokal schlenderten, um diese Anstrengungen bei einem guten Essen erst einmal zu verdauen, bevor es später endlich in die Koje ging.
Die Anstrengungen des gestrigen Tages steckte uns am nächsten Morgen noch deutlich in den Knochen, als wir wieder mit dem Speedboot raus fuhren um ein weiteres Highlight miterleben zu dürfen. Die
Fahrt ging zum Manta-Point und zur Crystalbai.
Der Wellengang war in einem annehmbaren Zustand und so dauerte die Fahrt dorthin ein wenig mehr als eine Stunde. Als wir dort ankamen lagen schon ein paar Boote vor Anker und somit wurde um Eile geboten ins Wasser zu kommen, bevor noch weitere Boote dazu kommen. Kaum im Wasser, blickte Denise nach unten und rief „ich seh die Mantas„!! Als unsere restlichen Leute alle im Wasser waren tauchten wir gemeinsam ab zu dieser Putzerstation auf 14 Meter Tiefe. Wie auf Abruf schwebten sie ein und präsentierten sich mit einer unsagbaren Anmut, die meiner Meinung nach nur diese Tiere zeigen können. Es waren sage und schreibe 9 Mantas die sich dort um uns tummelten und sich putzen ließen.
Nach einiger Zeit hieß es dann für uns leider wieder zurück an Bord um vollgepumpt mit Glückshormonen weiter zum zweiten Tauchplatz zu fahren um eventuell dort noch Molas zusehen. Doch es zeigte sich heute dort keiner. Denise und ich setzten uns von der Gruppe ab und genossen einen der schönsten TG bei kristallklarem Wasser. Wir tauchten in einem einzigartigem Korallengarten und vergaßen dabei fast unsere Tauchzeit. Irgendwann stieß die restliche Gruppe wieder zu uns und alle beendeten diesen Tauchtag glücklich und zufrieden. Am nächsten Tag hieß es für uns Kofferpacken und weiter zu ziehen in unser zweites Hotel, ins Alam Anda Resort.
Auf den Weg dorthin legten wir noch einen Tauchstop in Tulamben ein, um das Wrack der Liberty zu betauchen. Dort angekommen traf uns fast der Schlag. Autos, Busse, Reisebusse, wir trauten unseren Augen nicht wie es da zu ging. Das Wrack ist bequem von Land aus zu betauchen, wobei die Bezeichnung Wrack mittlerweile eher durch Riff zu ersetzen wäre. So bewachsen ist dieses riesige Teil. Unter Wasser ging's dann eben zu wie am Stachus, aber irgendwie verlief sich das ganze dann trotzdem. Der Zustand des Wracks ist schon recht schlecht und wird wohl in wenigen Jahren in sich zusammenbrechen, laut Aussagen der Guides.
Trotzdem faszinierte uns die Liberty so sehr, dass wir beschlossen den zweiten Tauchgang ebenfalls am Wrack zu machen. Am späten Nachmittag fuhren wir schließlich weiter ins Alam Anda Dive and Spa Resort wo wir auf ein paar andere BD's treffen sollten, die aber nicht wussten, dass wir kommen, „surprise, surprise„ war unsere Devise. Die Überraschung war geglückt und wir verbrachten ein paar lustige Tage gemeinsam, ehe Fam. Valenti und Geier wieder nach Hause fliegen mussten. Wir genossen den Aufenthalt in diesem sehr kleinen Resort, da die Anlage traumhaft schön angelegt ist.
Das Essen war ebenfalls genial, und ein wenig Blödsinn machen mit den Restaurant-Mädels lockerte alles zu einem wirklich angenehmen Aufenthalt dort auf. Einziges Manko dort ist die Werner Lau Tauchbasis. Die Preise fürs Tauchen sind sehr teuer und unserer Meinung nach nicht gerechtfertigt. Das Hausriff ist - na ja - in Ordnung, jedoch sehr versandet, was wiederum auf Grund der starken Brandung der Wellen, zu Lasten der Sichtweite geht. Im Flachwasser sinkt die Sicht dann schon mal runter auf einen Meter.
Tauchen kann man eigentlich nur während dem Gezeitenstillstand, ansonsten hat man relativ große Probleme in oder aus dem Wasser zu kommen, da die Wellen einfach eine zu große Kraft haben. Seile an den Ein- und Ausstiegen helfen bei der Orientierung, die auch Unterwasser fortlaufen, so dass man weiß wo man raus muss. Die Basis an sich ist sehr sauber und ordentlich. Das kleine Boot bringt die Taucher für zusätzliche 10,-Euro pro Person in ca. 5-1o Minuten zu 2-3 anderen Tauchplätzen neben dem Hausriff.
Alle anderen Tauchausflüge müssen extrem teuer bezahlt werden und gehen von der knapp 2 Stunden entfernten Padangbai aus. Alternativ dazu kann auch noch im Norden der Insel getaucht werden, was aber auch mit einer Anreise vom Hotel aus mit ca. 4 Stunden zu Buche schlägt. Das Alam Anda Resort wird deshalb hauptsächlich als Durchgangshotel von Rundreisenden genutzt, die in der Regel nicht länger als 2-3 Tage dort verbringen. Die wenigsten Gäste bleiben mehrere Wochen und ist an sich für Familien eher ungeeignet.
Unsere Urlaubstage neigten sich langsam dem Ende entgegen und so hieß es schließlich auch für uns wieder Koffer packen und zurück nach Bangkok zu fliegen.
In Bangkok ging es wieder in das gleiche Hotel wie bei der Anreise, nur das wir diesmal nicht mehr so viele Tage Zeit hatten für Shopping, Essen und Kultur. Somit beschränkten wir den nächsten Tag
auf ein Erlebnis der besonderen Art, Chinatown! Wir ließen uns mit dem TukTuk zum sogenannten Foodmarket fahren.
Dieser Markt ist geprägt von tausenden kleinen Verkaufsständen in engen, dunklen Nebenstraßen, wo man alles zum Essen findet, wo sich unser einer die Seele aus dem Leib kotzen würde, müssten wir das essen was da in den Töpfen vor sich hin köchelt. Zum Teil undefinierbares, bestialisch stinkendes, irgendwas was in sämtlichen Regenbogenfarben schimmert und zum Teil noch pulsiert. Gedärme, Hirnteile, abgeschlagene Hühnerfüße, in Säcke abgefülltes frittiertes gelbes Zeugs, dazwischen wieder frisches Obst oder Süßigkeiten. Diese Sachen anzusehen ist das eine, aber die Gerüche dann noch dazu sind der absolute Supergau für unsere Sinne.
Wir hatten eigentlich fest vor mal so frittierte Heuschrecken oder Raupen zu probieren, aber das gab's dort wiederum komischerweise nirgends zu kaufen. Nach gut 2
Stunden hatten wir die Nase also bis zum Anschlag voll und fuhren wieder mit dem TukTuk zurück zum Siam Square um in einem der Kaufhäuser unsere letzten Baht auszugeben, was uns auch tatsächlich
gelang, dank meiner Mädels.
Am nächsten Tag hieß es dann endgültig sich von Asien zu verabschieden und wir flogen zurück nach München.
Fazit:
Es war wieder einmal eine Reise die so viele Eindrücke hinterließ, dass man sie eigentlich gar nicht alle beschreiben kann. Manche Sachen muss man einfach selbst erleben, wie Chinatown oder die
unzähligen Tempel auf Bali mit ihren Zeremonien, die großen Reisfelder, die Leute deren ganzes Leben entlang der einzigen Straße rund um die Insel abläuft und nichts weiter zu tun haben als wieder
irgendwas in Brand zu stecken um einen ihrer zahlreichen Götter zu huldigen.
Wer hierher nach Bali kommt, ist am Besten mit einer Rundreise bedient, sei es zum Tauchen oder kulturell, ansonsten kann es sehr schnell langweilig oder teuer werden. Ebenso hat man relativ
schlechte Karten, wenn es um die Gesundheit geht, Ärzte oder Apotheken sind nämlich Mangelware auf der Insel. Essensmäßig muss man sagen, kochen die Balinesen sehr gut und
extrem
günstig bei reichlichen Portionen. Kaum ein Gericht das in den Resorts mehr als 6,- Euro kostet. Wer außerhalb zum Essen geht zahlt
meistens gerade mal 1,- Euro für das Gericht. Wir haben den Urlaub, denk ich, ganz gut geplant und speziell auf uns zugeschnitten, so dass wir im Nachhinein sagen können, es war ein wirklich schöner
Urlaub und mit gerade mal 21oo Euro pro Person für 3 Wochen, mit allem drum und dran (alle Flüge, Hotels, Transfers. Essen und Tauchen) doch noch erschwinglich war. Wo uns die nächste große Reise
hinverschlägt, ist noch nicht ganz klar, aber wir haben da schon so ne Idee……..
Robs
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