DISCOVERY TOUR

oder: Andrea und Robs – 4 Länder, 1 Meer, 7 Seen und 7 Tage Zeit

 

Da Denise mit der Schule 1 Woche in Österreich im Sportcamp war, nutzten Andrea und ich die Gunst der Zeit um alleine auf Entdeckungstour zu gehen. Wir brachten also Denise am Montag morgen zur Schule und fuhren sogleich weiter Richtung...

 

Kroatien - Insel KRK.

Nach 8 Stunden Fahrt über Autobahn und viel Landstraße kamen wir mit unserem DARKMOBIL am späten Nachmittag auf der Insel KRK in PUNAT an der Tauchbasis "MAGIC DIVE" an.

Nach einem Kaffee und bisschen Small Talk deponierten wir unser Equipment in der Basis. Zu unserer Überraschung waren wir die einzigsten Gäste zu diesem Zeitpunkt und fanden das noch ganz super, aber dieser Eindruck sollte sich noch ändern. Da wir im Vorfeld schon per E-Mail in Kontakt standen haben wir auch gleich ein Zimmer nahe der Basis in einem Privathaus für uns reservieren lassen und waren sichtlich erstaunt darüber, ein Apartment zum Preis eines Doppelzimmers mit Frühstück zu erhalten. Das Appartement war neu und die Vermieterin super nett.

Nach einem Abendessen in einem Restaurant ging’s ab in die Kiste um für den morgigen Tag fit zu sein, schließlich war ja tauchen angesagt und nicht faulenzen.

Am morgen marschierten wir voller Erwartung zur Basis um gleich einen Dämpfer zu bekommen.

Es werden heute nur Landtauchgänge gemacht, da es für zwei Leute nicht rentabel sei ein kleines Boot zu mieten... nanu?? Auf der Internetseite wird noch mit zwei Basis eigenen Booten geprahlt, mit allem drum und dran, und dann heißt es...mieten?! Da wir unsere Absichten im Vorfeld und bei der Ankunft unmissverständlich Kund gaben waren wir leicht angefressen aber fügten uns den Gegebenheiten. Da die Basis auch keinen Kleinbus hatte luden wir also unser Equipment wieder in unser Auto und fuhren zum ersten Tauchplatz der abseits der Straßen auf der anderen Seite der Bucht ganz Idyllisch zwischen Oliven und Pinienwäldern lag. Gut das unser DARKMOBIL geländetauglich ist. Wer ein tiefergelegtes Auto sein eigen nennt hätte da schlechte Karten. Ich dagegen war in meinem Element und konnte auf das scheiß Boot gut verzichten. Lieber ein paar Meter OFF Road fahren, als auf der Bootsfahrerei mit der Gurgel über der Reling hängen und mit der Umweltbehörde telefonieren.

Am Tauchplatz gab es ein Briefing und Andrea und ich wurden allein losgeschickt die Unterwasserwelt zu erkunden, wo aber eigentlich in unseren Augen nicht viel zu erkunden da war.
Danach ging’s zurück zur Basis um am Nachmittag den zweiten Landtauchgang auf der anderen Inselseite in Angriff zu nehmen; der wenigstens mit einer Steilwand aufwarten konnte da fischmäßig eigentlich nicht viel los war.

Am nächsten Morgen hieß es dann doch noch , "wir fahren heute zum Wracktauchen am Vormittag und am Nachmittag schauen wir mal was wir machen, denn zwei Wrack-Tauchgänge an einem Tag ist nicht gut, da das Ding ja sooo tief liegt, 36 Meter..." - Freund der warmen Sonne und des Olivenöls, komm mal ran auf 3 cm und schalt deine Lauscher auf Input!!

1. wir sind zum Wracktauchen hierher gekommen und nicht zum Rumtümpeln,
2. zwei TG in dieser Tiefe ist jetzt nicht gerade die große Herausforderungm, sondern erfordert halt eine genaue Planung, die wir gerade noch hinbekommen dürften.

Nach dieser Ansage bekamen wir dann das Briefing und nach einer kurzen Fahrtzeit mit dem Zodiak legten wir über dem Wrack der PELASTIS an einer Boje an und begannen allein mit dem Abstieg. Andrea und ich beschlossen zuerst die eine Hälfte des 86 Meter langen Wracks zu erkunden und beim zweiten TG die andere Hälfte.

Das Wrack ist in einem guten Zustand und gut zu betauchen, wenn man sich genau an seine Tauchzeiten hält.

Die Pelastis sank während eines heftigen Sturms, auf Grund "menschlichen Versagens" mit seinem Kapitän, der seine Mannschaft noch auf Land bringen konnte bevor es abwärts ging.

Niemand von der Bevölkerung bemerkte dieses Drama und so wurde erst viele Jahre später ein Österreichischer Taucher durch Zufall in einer Kneipe durch ein damaliges Mannschafts Mitglied darauf aufmerksam und fing an die Pelastis zu suchen, allein. Nach Jahren fand er sie und den toten Kapitän der immer noch das Ruder in der Hand hielt, und fing an das Wrack zu plündern.

Der Taucher demontierte die komplette Brücke im laufe der Jahre und verschob dabei immer wieder den Leichnam des Kapitäns und machte am Ende noch ein Foto. Dieses einzige existierende Foto des toten Kapitäns hängt heute in der Tauchbasis von Magic Dive.

Am Abend wurden wir von "Magic" zum Grillen eingeladen, wo wir dann den Ablauf des nächsten Tages besprachen. Als wir am nächsten morgen in die Basis kamen, hieß es, dass wieder alles anders gemacht wird, da am Nachmittag sich ein paar Schnuppertaucher angekündigt haben und wir deshalb nur Landtauchgänge machen könnten.
Das war dann für uns Grund genug, die Basis zu verlassen und weiter zu ziehen nach...

Slowenien - Bled, Bohinjsko Jezzero und Socca

Unterwegs gerieten wir in einen Megastau auf der Autobahn. Irgendwann nach über 3 Stunden kamen wir an eine Ausfahrt und fuhren ab um auf der Landstraße weiter zu fahren, denn schließlich hatten wir vor , am Nachmittag einen TG zu machen im Bledsee. Doch daraus wurde nichts weil es einfach zu spät wurde und wir noch eine Unterkunft suchen mussten. Somit verbrachten wir den Rest des Tages die Gegebenheiten vor Ort zu erkunden und uns nach den Bestimmungen übers tauchen zu erkundigen. Nach ein paar Anlaufstellen kamen wir schließlich an die richtige Person die uns Auskunft geben konnte und als wir mit allen wichtigen Infos versorgt waren konnten wir uns das Abendessen schmecken lassen.

Am nächsten morgen ging’s dann los zum viel versprechenden Tauchplatz. Da das Tauchen dort noch nicht so verbreitet ist sorgten wir für einiges Aufsehen. Wir gingen also auf Tauchstation und wurden ziemlich schnell enttäuscht von der Unterwasserwelt, kein Bewuchs, nur Schlamm und Zivilisationsmülll und eine Sicht von 2-3 Metern. Nach einer viertel Stunde sind wir wieder zurück getaucht und sind doch noch für unsere Mühen belohnt worden, als wir unter einem Steg tief im Gebälk versteckt ein paar Karpfen zu Gesicht bekamen die wir mit unserem geblubber aufgeschreckt hatten. Wir wollten den TG schon damit beenden, als ich im Schein meiner Lampe noch etwas anderes entdeckte, einen Waller. Doch dieses lange, hässliche Teil hatte keinen Bock auf uns und verzog sich noch tiefer zwischen die Balken. Wir ließen es gut sein und beendeten diesen Tg doch noch mit einem Highlight. Ein zweiter Tg lohnte sich in unseren Augen nicht und so zogen wir weiter zum…..

Bohinjsko Jezzero

Der ca. 35 km weiter im Nationalpark liegt und zusammen mit der Socca eine Einheit bildet, die aber auf Grund des niedrigen Wasserstandes dort nicht zu betauchen war. Am See angekommen konnten wir schon von der Oberfläche aus erkennen dass die Sicht genauso bescheiden ist wie in Bled und verzichteten auf einen Tg darin und fuhren weiter nach...

 

Italien

Zu einem See der Extraklasse mitten in den Karawanken. Dieser See wurde vor Jahren unter der Hand als Geheimtipp nur an bestimmte Taucher weiter gegeben, die dieses Geheimnis auch für sich behalten konnten. Irgendwann konnte doch einer seine Klappe nicht halten und so kam es zum Massenrun auf dieses Juwel. Ich hatte noch das Glück zu diesem auserlesenen Kreis zu gehören die darin noch Tauchen durften. Man konnte diese zwei Seen locker mit dem Grünen oder Sameranger See vergleichen, denn die Seen versprachen was sie Oberwasser nur erahnen ließen.

Vor ein paar Jahren kam dann das Tauch und sogar das Badeverbot in diesen Seen, dass bis heute noch besteht. Somit wurde unsere Hoffnung auf ein oder zwei zugedrückte Augen im Keim erstickt. Wir genossen die Landschaft auf der Terrasse des kleinen Gasthauses bei einer ordentlichen Portion Pasta und so gestärkt machten wir uns auf den Weg weiter nach...

Österreich – Weißensee

Dort fuhren wir die Tauchstation "DIVE WOLD" am Ostufer des Sees an, wo wir freundlich von den Basisbesitzern Mario und Jutta aufgenommen wurden. Die beiden haben uns auch ein Zimmer auf einen Bauernhof organisiert, der zwar 7 km entfernt ist, aber dort schien sich halb Kärnten zu treffen. Das angegliederte Gasthaus kam uns auch sehr gelegen und somit stand dem Tauchen am nächsten Tag nichts mehr im Wege.

Mit dem Elektroboot fuhren wir zum Steilwandtauchen an die Nordseite des Sees. Ein schmaler Uferstreifen von 1m breite musste uns reichen zum aufrödeln, mehr Platz gab’s nicht. Unterwasser erwartete uns eine super Sicht, Baumstämme und Wurzeln, Fische o Mass und natürlich eine super geile senkrechte Steilwand nach ein paar Metern Tauchstrecke. Herz was willst du mehr. Das war wieder so ein richtiges Schmankerl. Als wir so am Foto schießen sind Andrea und ich, fing Andrea wie wild zu gestikulieren an und ich dachte“ wos hot’s denn scho wida „, und dann sah ich was sie sah, der Baumstamm bewegte sich auf einmal samt Ästen, und der Baumstamm hat einen Namen, Vorname XXL – Nachname WALLER, Größe gute 2Meter, Gewicht weiß der Teufel !!!

Leute, so was hab ich noch nicht gesehen, das Ding war nur noch groß.
Nach kurzer Zeit hat sich der Waller dann ins Nirvana verabschiedet und wir beendeten unseren ersten TG in diesem See. Am Nachmittag gönnten wir uns noch einen TG am Südufer, der aber nicht ganz so spektakulär war wie der am Vormittag.

Den Weißensee kann ich nur jeden von euch ans Herz legen, denn er hat wirklich für jeden Geschmack was zu bieten, für den Flachwasserfreak genauso wie für den Tiefenjunkie.

Am Rande noch kurz zu erwähnen wäre die Pizza Diavolo die es an der Tauchbasis gibt. Ich hab mir so ein Teil gegönnt, da wir ja schon gerne scharf essen, aber nachher haben meine Geschmacksnerven den Geist aufgegeben. Aber war echt sau guat !!

Am späten Nachmittag noch machten wir uns auf den Weg Richtung Heimischeren Regionen, nach...

Ebensee - Vorderen Langbathsee

Dieser See liegt mitten im Höllengebirge und verspricht laut Tauchreiseführer zu dieser Jahreszeit gute Sichtweiten trotz Schneeschmelze. Als wir dann am nächsten Morgen abtauchten, traf uns fast der Schlag. Die Sicht lag bei höchstens 3 Metern und der Boden war nur mit Müll und Laub übersäht. Wir hielten es trotzdem 45 Minuten aus und waren uns einig, keinen zweiten Tg in diesem See zu absolvieren. Damit die fürs Salzkammergut nötige „ DIVECARD „ nicht ganz umsonst war, beschlossen wir beim nach Hause Fahren noch dem…

Attersee


Einen Besuch abzustatten. Dort am Nordufer des Sees beim Unterwasserwald begaben wir uns zu unserem letzten Tauchgang auf unserer Reise. Dort war die Sicht bei weitem besser und bewegte sich so um die 15 Meter. Nur die 5 Grad Wassertemperatur waren nach all den Tauchtagen zum Schluss schon recht zapfig.

Fazit unserer Reise:

Es war eigentlich nicht so anstrengend wie wir zuerst dachten. Natürlich schlaucht es einen, aber wir hatten nur schönes Wetter, gutes Essen und mal mehr oder weniger schöne TG. Es gibt so viele Seen und Gewässer zu entdecken, dass es nicht immer Ägypten sein muss für einen Kurztrip.

Kroatien kennen wir jetzt vom Festland und von der Inselwelt her und würden uns beim nächsten mal wieder fürs Festland entscheiden um den Schwerpunkt auf das Wracktauchen zu legen.

Die Tauchbasis Magic Dive ist die Kroatische Basis vom Traunfall in Österreich. Guten Gewissens kann ich Magic Dive / Traunfall empfehlen, aber ich würde keinem die in Kroatien empfehlen. Magic und Renate waren nett, aber wenn die Tg die man angekündigt hatte nicht durchführen kann und mit Fadenscheinigen Gründen daher kommt, dann sollte man gehen.

Robs

Alle Fotos sind Eigentum von Andrea. (Haftung für Fotos und Inhalt durch den jeweiligen Verfasser!) 

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