Nobs und Sabine in Kroatien – Kornaten Mai 2010
Nachdem es ja nicht reicht für eine Niederlage 4000 Kilometer mit einem Bus zu fahren (und jetzt bitte keinen Hohn – es war hart genug), sind wir nach sechs Stunden Schlaf gleich nach Kroatien weiter – es waren ja nur weitere 850km…
Am späten Vormittag auf der Insel Murter, vor dem Nationalpark Kornaten gelegen, angekommen erkundeten wir auch sogleich das kleine Fischerdorf.
Da ich im Vorfeld bereits mit der Tauchbasis Najada Diving Kontakt aufgenommen habe, stand auch dieses „Event“ unter keinem guten Stern, da die Basis in der Nebensaison (!!!) bereits ausgebucht ist. O-Ton: „wir sind voll, da viele Gäste bereits vorbuchen und auch gleich anzahlen…“. Hallo! Es ist Mai und es sind keine Ferien!
Am zweiten Tag, nach sehr viel Schlaf, fuhren wir zur Basis. Ich konnte mich sofort anmelden und am nächsten Morgen auch gleich mit zum Tauchen.
Ich füllte die notwendigen Unterlagen aus, gab mein Brevet und mein Versicherungskärtchen ab und machte eine kleine Anzahlung (15 Euro)…
Die einzige Info die ich noch bekam: sei morgen um 0800 mit deinem Tauchgepäck pünktlich da.
So kam der nächste Morgen, ich war pünktlich an der Basis, hatte mein Gerödel dabei, aber so richtig nahm keiner Notiz von mir. Es wurden mir diverse Geschichten erzählt, während die langsam eintreffenden Taucher langsam ihr Zeug packten. Nachdem wir um 0830 mit dem Boot rauswollten, nahm ich mir doch Mut und fragte kurz vor Abfahrt, wie denn jetzt der Ablauf sei. Völlig überrascht erklärte man mir nur: mach dich fertig, damit wir losfahren können.
Gesagt, getan ging es auch gleich aufs Boot, obwohl ich nicht wirklich schlauer war. Nach ca. 30 Minuten ruhiger Bootsfahrt kamen wir am Tauchplatz an – natürlich nicht der, der eigentlich geplant war.
Es wurden schnell die Gruppen eingeteilt und ein kleines Briefing abgehalten. Meine Gruppe bestand aus weiteren drei Tauchern und dem Guide, der auch das Boot steuerte.
Also rein in den Trocki und fertig machen – ja, mit dem Trocki kamen schon die ersten Blicke – was für ein Weichei…
Endlich ging es ins Wasser und wir stiegen an der kleinen Wand hinunter in die Tiefe. Mein Buddy war brav neben mir; die restliche Gruppe etwas vor uns. Völlig überrascht von der Temperatur schaute ich auf meinen Computer: 14 Grad! Und das Weichei hat nicht mal einen Unterzieher dabei. Das kann ja noch spannend werden.
Bei 40 Metern angekommen tauchten wir an der wenig spektakulären Wand rechte Schulter entlang, bis uns die Nullzeit zum Aufstieg nötigte. Nach ca. 45 Minuten kehrten wir wieder zum Boot zurück. Während mir, dem Weichei, nicht kalt war, schlotterten alle vor sich hin und waren neidisch auf meinen Trocki.
Nach einem weiteren zweiten Briefing: „wir fahren nicht weiter, wir bleiben hier“ ging es wieder ans fertig machen. Aber dann hörte ich die magischen Worte: „Norbert, hast du nen Kompass dabei?“ Meine Antwort kann man sich wohl denken: „Klar!“
Was diese kleinen vier Buchstaben für eine Wirkung hatte, durfte ich auch gleich erfahren: Nachdem unser Guide keinen Bock mehr hatte ins Wasser zu gehen, erklärte er mir kurz den kompletten Tauchgang und welche Buddys ich an meiner Seite habe.
So durfte/konnte/musste ich den zweiten Tauchgang führen.
Wie schon der erste war auch dieser nichts Besonderes. Nach 45 Minuten waren wir auch schon wieder am Boot und machten uns auf den Rückweg.
An der Basis angekommen teilte man mir mit, dass ich auch am nächsten Tag mitkommen könnte.
Also war ich am nächsten Tag wieder pünktlich an der Basis und es ging auch sofort mit dem Boot weiter.
Wir machten uns fertig und es ging hinab aufs Riffdach. Was dabei meine Augen sahen war schon eigenartig. Ein mit Schleimalgen überzogenes Riffdach. Man konnte meinen, man ist im Echinger, nur mit etwas mehr Fisch und tiefer.
Auch dieser Tauchgang war nichts besonderes und es ging sogleich auch weiter zum zweiten Tauchplatz. Dieser sehr wohl etwas interessanter. Ähnlich wie das Blue Hole war es ein Riffkreis im offenen Meer mit einer maximalen Tiefe von 35 Metern.
Natürlich waren auch hier wenig Besonderheiten.
Zurück an der Basis sagte man uns, dass es am nächsten Tag zum Wrack der Francesca geht.
„Endlich! Geil! Tieftauchgang mit eventueller Deko. Endlich mal eine Herausforderung mit etwas zum Sehen.“
Aber es sollte ganz anders kommen. Dank der vorangemeldeten und bereits vorausbezahlten Tauchgruppe aus Österreich, die bei dem Wort Tief und Deko, schon die Hosen voll hatten, konnte ich zum Wrack nicht mitfahren. Klar, wie soll´s auch anders sein!?!?
Allerdings möchte ich hier noch ein kleines Fazit abgeben:
Die Basis ist zwar sehr professionell, man wird sofort miteingebunden, aber eine Einweisung zu den Abläufen in der Basis habe ich sehr vermisst. Hätte ich nicht nachgefragt, würde ich wohl heute noch dort sitzen. Aber vielleicht bin ich von den Malediven auch nur zu sehr verwöhnt.
Diskuttierbar ist siche der Punkt ob man einen Gast ohne Checkdive in einem fremden Gewässer beim zweiten Tauchgang eine Tauchgruppe anvertraut und ihn diesen führen lässt.
Aber dann ist nicht nur der Trocki, sondern auch ein Unterzieher im Gepäck.
Die vier Tauchgänge waren sicher kein Highlight, aber trotzdem wird mich die Basis im August wiedersehen. Man soll ja bekanntlich jedem eine zweite Chance geben.
