3 BD’s und eine andere Welt

Markus, Michl (little princes) und ich beschlossen auf Tour zu gehen um neue Welten, neue Kulturen, neue Tauchgründe zu entdecken und fanden das alles auf den Philippinen. Da die BD’s immer bleibende Eindrücke hinterlassen in der Weltgeschichte war es nur eine Frage der Zeit bis wir unseren ersten Groupie bekommen würden und mit Alex war es der 4. Mann in unserer Truppe. Wir 4 fuhren gemeinsam zum Münchner Flughafen und checkten im Terminal 2 bei Quatar ein. Somit begann mein Leidensweg.

Mein kleiner Rucksack mit 8 Kg musste als Sperrgepäck aufgegeben werden, aber unsere großen Tauchtaschen mit über 25 Kg gingen als normales Gepäck durch.

Wir also rein in unseren hyper modernen Flieger um den ersten Abschnitt München – Doha in Angriff zu nehmen ( Flugzeit 6 Stunden ). In Doha hieß es dann erst mal warten (3 Stunden) bevor es wieder weiter ging nach Cebu (10 Stunden). Dort mussten wir erst mal unser Money changen denn auf der Insel hat man keine Möglichkeit zu wechseln oder mit Karte zu zahlen, was bedeutete, man musste sich entweder mit einem bestimmten Betrag über die Runden helfen oder einfach genug umtauschen. Außerhalb des Flughafens wurden wir bereits von unserem Fahrer erwartet, mussten aber noch auf 2 weitere Gäste warten die ebenfalls im selben Hotel wie wir untergebracht waren. Kurz darauf waren die beiden da und bei mir begann es im Kopf zu rauchen. Woher kannte ich die beiden nur???.

Die folgende Autofahrt einmal quer über die Insel dauerte nochmals gute 3 Stunden und waren für mich die Hölle auf Erden. War mir schlecht da hinten drin, und weil das ja allein nicht reicht musste mein gequältes Unterbewusstsein auch noch 2 Stunden lang den sprachlichen Battle zwischen Michl und Alex ertragen die darüber philosophierten wie es sich verhält wenn man etwas in die Luft wirft während die Erde sich dreht, wo es dann wieder aufkommt und warum man beim zurückfliegen länger braucht als beim Hinflug und das alles mit mathematischen und physikalischen Berechnungen erläutert, und ich war kurz vorm kotzen.

Irgendwann spät Abends erreichten wir unseren nächsten Transferpunkt in Maya wo extra noch ein Boot auf uns wartete um uns alle überzusetzen auf unsere Insel, und nach einer weiteren Stunde betraten wir endlich unser Ziel – Malapascua.

Am Beach wurden wir bereits von Burghard und seiner Frau Chris, sowie von den Hotelmädels aufs herzlichste in Empfang genommen und erst mal mit einem Welcome Drink ausgestattet während unser Gepäck schon auf die einzelnen Zimmer verteilt wurden , die zwar sehr einfach aber sauber und zweckmäßig eingerichtet sind. Immerhin hatten wir fließend Wasser, zwar nur kaltes aber das störte niemanden von uns. Nach den ganzen Strapazen zog es uns aber nicht ins Bett, nein, wir versumpften gleich an der Bar.

Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen der Ruhe, also Tauchbasis aufsuchen, einchecken, Equipment deponieren und die ersten TG klar machen und die engere Umgebung erkunden. Am Abend ein gemütliches Essen im Hotel und nach dem gute Nacht Trunk ab ins Bett schließlich war tauchen am nächsten Tag angesagt. Irgendwann so gegen 2 Uhr morgens durchdrang ein gellendes Gebrüll das Gebäude und riss einen aus dem Schlaf. Es war Michl der sich über der Kloschüssel austobte und sich alles durch den Kopf gehen ließ was bisher geschah.

Am Vormittag dann hieß es ab ins Wasser und checken was Sache ist. Wir fuhren mit dem Boot zur nächsten kleinen Insel um uns einzutauchen. Unterwasser war es erst mal alles anders als erwartet. Die Sicht betrug gerade mal 5-6 Meter, keine Fische da die größer sind als eine Zitrone und ein Meeresboden der übersäht ist mit niedergemähten Korallen. Na super, das kann ja super werden, noch dazu dann die Aussage unseres Guides, wenn’s Unterwasser kracht bitte ruhig bleiben, sind nur ein paar Dynamit Stangen die dann gerade Unterwasser explodieren, alles cool, selten was passiert.

Der Nachmittag stand bei Markus und mir im Zeichen der Insel Erkundung während unsere zwei „Kurzen“ lieber im Bett blieben um sich zu erholen. Markus und ich liefen durch die kleinen Fischerdörfer und der Küste entlang über Trampelpfade durch den Dschungel als ich ein knacken vernahm, gefolgt von einem kurzen rascheln. Automatisch ging mein Blick nach oben und mit einem Schritt zur Seite verfehlte die herabfallende Kokosnuss meinen Kopf und schlug direkt neben mir in den Boden ein. Ja geht’s noch. Wenig später als wir uns noch über das Kokosnuss Abenteuer lustig machten kamen wir an eine Weggabelung und wollten gerade einen Weg einschlagen, als aus der Richtung Schüsse fielen und wir uns spontan dann für den anderen Weg entschieden haben.

Irgendwann waren wir auf der anderen Seite der Insel und beschlossen lieber wieder umzukehren bevor es dunkel wird. Auf dem Rückweg kamen wir wider an einem kleinen Fischerdorf vorbei wo eine Handvoll Männer mit Bambusstangen ein großes Auslegerboot aus dem Wasser schoben und sich sichtlich schwer taten. Markus und ich entschlossen uns den Männern spontan zu helfen und blieben solange bis das Monstrum da lag wo es liegen sollte zur Reparatur und wenn es die ganze Nacht gedauert hätte, wir hätten uns niemals die Blöße gegeben vorzeitig aufzugeben und von da an waren wir beide auf der Insel bekannt wie rosa Mantas und wurden von Leuten beim Namen genannt die wir noch nie gesehen hatten.

Am nächsten morgen läutete der Wecker um 4.30 Uhr morgens um noch bei Dunkelheit raus zufahren zum Sharkpoint um die Treshersharks ( Fuchshaie ) zu treffen. Das hatte was. Du fährst in der Nacht los mit dem Auslegerboot, eine Tasse heißen Tee in der Hand, den Tauchanzug bereits an und am Horizont geht kurz darauf die Sonne auf. Irgendwo im offenen Meer legt das Boot an der Leine an, du springst ins Wasser und lässt dich entlang der Leine in die Tiefe fallen und wartest auf dem 26 Meter tiefen Plateau dass die Haie aus der Tiefe empor kommen, und sie kamen. Langsam und anmutig patrolierte der Hai in ein paar Meter Entfernung an uns vorüber mit seinen geschätzten 4 m Länge. Die extrem lange Schwanzflosse wird dabei bis in die Spitze hinein aufs eleganteste bewegt, einfach nur schön das zu beobachten. Schade nur dass die Sichtverhältnisse so schlecht waren dass alles was mehr als 1o Meter entfernt vorbei zog einfach nicht mehr klar zu erkennen war.

So beeindruckend durfte es gerne weiter gehen und wir sagten uns am Abend geht’s zum Nachttauchen. Am Tauchplatz angekommen ging es runter auf 1o Meter um alles zu suchen was sich im Makro Bereich abspielt. Michl hat sich noch eine neue Lampe gekauft für den Urlaub und was soll man sagen, einen halben Meter lang das Teil und eine Leuchtkraft wie ein Flutlichtstrahler im Stadion. War klar dass der Schein seiner Lampe auch das blindeste Tier anziehen musste und so dauerte es auch nicht lange bis neben mir eine Seeschlange auftauchte. Nun , da ich die Viecher lieber von weitem sehe, dachte ich mir da schalt ich doch mal meine Lampe aus dann sieht sie mich nicht mehr, neben mir tauchte Michl mit seinem Phallussymbol, der sah die Schlange nicht und ich sagte ihm auch nichts was da auf ihn zuschwamm, na ja, was soll ich noch sagen, man hörte ein lautes „mmmmhmm „ begleitet von wilden Lichtzeichen die niemand deuten konnte und hektischen Bewegungen von Michl der versuchte irgendwie die Schlange los zu werden. Markus der das ebenfalls mit bekommen hatte musste sich genau wie ich krümmen vor Lachen. Nichts für ungut Michl aber schön dass du dabei bist.

Doch das ausschalten meiner Lampe nahm mir meine Lampe übel und es verabschiedete sich das Birnchen und Ersatz war natürlich nicht im Gepäck dabei. Zu sehen gab es viele Seepferdchen, Mandarin Fische, Schnecken, Garnelen in allen Ausführungen, Monster Krabben, schwebende Blätter, usw.

Die Nachttauchgänge waren alle durch die Bank durch super und absolut geil, bis die Japaner kamen und ungelogen, 1 Stunde an einem Korallenblock die kleinen Mandarin Fische fotografierten. Als wir unseren TG beendeten war die Frau immer noch davor und fotografierte.

Unsere nächsten TG bescherten uns Begegnungen mit Weisspitzen Haien

vor und in den Höhlen von Gato Island, Pygmäen Seepferdchen, Seeschlangen, Mobulas ( Mantas in kleinerer Ausführung ), Oktopusse, Sepien, leuchtende Seesterne um nur einige zu nennen. Wir betauchten das Wrack der Donna Marylin und so ziemlich alle anderen Tauchplätze rund um Malapascua.

Doch hauptsächlich hat es uns der Treshershark angetan und wenn um3.40 Uhr morgens der Wecker schreit um zum Hammerhead point zu fahren, haben wir das mitgenommen. War natürlich klar dass bei diesem Blauwasser TG beim abtauchen meine Batterie vom Computer aussteigt und den Geist auf gibt. Aber wer braucht schon einen Computer, die Tiefe bestimmt man am Druck auf den Trommelfellen!!

Blöd war nur es war ein Deko TG und wir waren auf einem Tagestrip und ich ohne Computer. Als wir dann am zweiten Tauchplatz waren und ins Wasser sprangen fragte uns der Guide am Ende nach unserer Deko bzw. Nullzeit die wir hatten. Nun, wo nix steht kann man auch nichts bekannt geben und somit konnte ich nur ins blaue tippen und den Guide irgend etwas anzeigen, was ihn dann etwas verwirrte anscheinend und ausgerechnet zu mir schwamm um sich auf meinem Computer einen Überblick zu verschaffen. Den Gesichtsausdruck vom Guide hättet ihr sehen sollen als er auf das leere Display starrte. Was ich aber nicht wusste, mit meinem Schuss ins blaue lag ich nur 1 Minute über der Anzeige der anderen und lag somit richtig. Zurück auf dem Boot fragte mich der Guide seit wann der Computer ausgefallen ist und ich sagte ihm beim abtauchen beim ersten TG am morgen schon.

Das war dann zuviel für ihn und unterhielt sich dann später mit dem Käpten über mich und war ganz ungläubig und sagte immer wieder „ Robert ist ohne Computer getaucht und das hat dem nichts ausgemacht „ von da an war klar wer Chef im Wasser war und wir hatten alle Freiheiten die wir nur haben konnten. Unser Guide wollte nur noch mit uns tauchen. Zum Schluss war es dann so, dass wir ihn auf dem Boot gebrieft haben was zur allgemeinen Belustigung der Besatzung beitrug.

Nach ein paar weiteren Tagen dann der nächste Ausfall. Meine Flosse ist am Schaft aufgebrochen und konnte aber provisorisch mit Tapeband umwickelt werden so dass ein tauchen für den restlichen Urlaub damit möglich war.

Unser Hotel Arrangement bestand ja nur aus Übernachtung mit Frühstück, sodass wir irgendwo zum Essen gehen mussten wenn unser Magen sich meldete und nach Input verlangte. So waren wir vier uns auch absolut einig uns lieber was einfaches aber originales zu suchen und wir gerne die Empfehlungen von Uli und Anette ( die beiden , die mir am Anfang so bekannt vor kamen, sind tatsächlich zwei alte Bekannte von mir. Wir haben uns 1999 in Ägypten im Utopia Beach kennen gelernt und gemeinsam die dortige Unterwasserwelt erkundet ) ausprobierten, und uns sehr schnell im kleinen Lokal „ Ging Ging’s „ zu Hause fühlten.

Unser Stammlokal hatte mehr den Karakter einer Gartenlaube, aber es gab dort noch Coca Cola aus einer 1 ltr. Glasflasche und unseren Menu Starter, unser geliebtes „ Garlicbred. Ohne das Knobibrot ging gar nichts bei uns. Das Essen war wirklich gut und reichhaltig dort und vor allem sehr günstig im vergleich zu den Lokalen vorne am Beach.

Es gäbe noch soviel zu berichten über Land und Leute und den einzelnen Tauchplätzen sowie noch den einzelnen Anekdoten, aber die Länge des Berichtes würde den Rahmen sprengen.

Fazit:

Es war ein super Urlaub auf den Philippinen mit tollen TG auch wenn das Wetter, das Meer und die Sicht nicht immer so toll waren wie man es sich immer vorstellt. Wir haben sehr viel erlebt und sind auch mal wieder wachgerüttelt worden von den Menschen vor Ort, die in ihren einfachen Bambushütten leben und auf der Erde schlafen weil sie sich keine Matratze leisten können. Wir erlebten Kinder, die ein Stückchen Holz an einer kleinen Schnurr hinter sich herziehen und dir stolz zeigen was für ein tolles Auto sie da haben. Wer Wasser benötigt muss erst mal zum Dorfbrunnen laufen und sich eines aus der tiefe holen mit einem Seil und einem Eimer. Da schleppen schon mal Kinder einen 2o ltr. Kanister mit Wasser nach Hause, bei uns ja unvorstellbar.

Selbstverständlich kann man auf den Philippinen besseren und luxuriösem Urlaub machen auf anderen Inseln aber das wollten wir nicht. Wenn es etwas gab zu bemängeln dann sind das nicht etwa die bellenden Hunde  in der Nacht oder das permanente Schreien der Hähne ab 3 Uhr morgens oder den Lärm der Arbeiter um 6 Uhr morgens, nein, es wäre das Frühstück im Hotel. Das hat mit einem Hotelfrühstück vor allem für den Preis den wir dafür bezahlt haben nichts mehr zu tun. Schade eigentlich, wenn man bedenkt dass hier Früchte und Kaffee geerntet werden aber man lieber auf Instant Produkte zurück greift. Malapascua erlebt momentan einen Aufschwung und soll das zweite Boracay werden. Wenn man aber sieht wie viele Taucher täglich zu den Haien raus fahren und wie sie sich dann dort verhalten, wird der Run schnell wieder vorbei sein in einiger Zeit. Die Hammerheads sind schon weiter gezogen und der Tresher wird es ebenfalls . Doch zieht der Hai , dann fehlt die Attraktion, die Gäste bleiben aus und das Schicksal der Einheimischen dort ist besiegelt, denn vom Fischfang kann hier niemand mehr leben, dass haben sie sich selbst genommen.

 

Robs